Thursday, 9 September 2010

A view of The Magic Mountain

Karin Boye, talking to the narrator in volume 3 of Die Ästhetik des Widerstands:
Neunzehnhundert Achtundzwanzig, Neunundzwanzig, sagte sie, habe sie den Zauberberg übersetzt, zuerst sei sie von diesem Buch mit der denkwürdigen Liebesgeschichte ergriffen, dann aber, beim eingehenden Studium der Sätze auf ihren letzten Gehalt, von Abscheu erfüllt vvorden. Wieder werden die Funktionen der Liebe einzig vom Gesichtspunkt des Mannes aus dargestellt, und dazu noch in einem plötzlichen Umschlagen der Zärtlichkeit und des Begehrens zur Herabwürdigung, zur Verächtlichmachung der Frau. Gegen Ende des Romans finden sich der junge und der alte Liebhaber zusammen, in der Verurteilung des Objekts ihrer Liebe, im eignen Versagen ihre mannliche Dominanz dennoch aufrechterhaltend, schreiben sie der Frau zu, was sie gemeinsam ausgebrütet haben, daß sie sich als reaktives Geschöpf, ohne Initiative, eben nur als Objekt empfinde und sich, durch weibliche Bestechlichkeit, der primären Wahl des Mannes überlasse.

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